Top 15 Fehler bei der Autopflege

Die Fahrzeugpflege ist immer noch von Mythen umrankt. Es gibt leider viele Dinge, die man falsch machen kann, ohne dass man es sofort bemerkt. Das Team der Autolack-Affen hat hier die Top 15 der häufigsten Fehler für euch aufgezählt.

#1 DU VERWENDEST NUR EINEN EIMER

Für die schonende Wäsche sind mindestens zwei Eimer erforderlich („sog. Zwei-Eimer-Wäsche“). In dem einen Eimer haben wir das frische Shampoo-Wasser, während wir in dem anderen Eimer den Waschhandschuh auswaschen. Dadurch reduzieren wir das Kratzerrisiko um ein Vielfaches, da der Dreck größtenteils im Auswascheimer verbleibt. Optimal unterstützt wird das durch einen sog. „Grit-Guard“.Dabei handelt es sich um ein optimal in den Eimer passendes „Gitter“. Das sorgt dafür, dass der Dreck, der sich im Eimer befindet, unten sammelt und beim Ausspülen nicht wieder in den Handschuh gewirbelt wird. Es kann auch sinnvoll sein, einen dritten Eimer für die Felgen zu verwenden. Falls das nicht geschieht, sollte der Eimer aber definitiv ausgewaschen werden, bevor Du an den Lack gehst.

#2 DU WÄSCHT DEIN AUTO IN DER SONNE

Insbesondere in warmen Monaten trocknet die Sonne den Lack schneller, als Du mit dem Mikrofasertuch hinterherlaufen kannst. Im besten Fall entstehen dann auf dem Lack unschöne Kalk-Flecken, die sich nicht so leicht wieder entfernen lassen. Schlimmer ist es allerdings, wenn Shampoo oder Reiniger antrocknet. Im „worst case“ kann es hier sogar zu einem Schaden am Lack kommen. Stelle das Auto lieber in den Schatten oder wasche am frühen Morgen, wenn die Sonne noch schwach ist. Bei hohen Temperaturen kann es auch im Schatten sinnvoll sein, Bauteile während des Waschens zwischendurch abzuspülen, um ein Antrocknen des Shampoos zu verhindern.

#3 DU TROCKNEST DEN LACK MIT FENSTERLEDER-KÜCHENPAPIER-GESCHIRRTUCH

Einer der verheerendsten Fehler bei der Autowäsche geschieht beim Abtrocknen. Immer wieder können wir beobachten, dass der nasse Lack mit o.g. Mitteln getrocknet wird. Wir sagen ganz direkt:

"Wer seinen Lack so trocknet, sollte lieber durch die Waschanlage fahren!"

Warum ist das jetzt so problematisch, bzw. warum sollte nur mit einem hochwertigen Mikrofasertuch getrocknet werden? Nachdem dein Auto gewaschen wurde, ist es leider nicht vollkommen frei von Schmutz, Partikeln und Sand. Das hat folgende Gründe:

Es ist extrem schwer, bei der Wäsche alle Bereiche komplett sauber zu bekommen. Es kann also passieren, dass sich noch etwas Dreck auf dem Lack befindet. Ausserdem befinden sich in der Luft viele Partikel oder wir wirbeln diese durch hin und her laufen auf. In jedem Fall ist es wahrscheinlich, dass sich noch Feststoffe auf dem Lack befinden. Wenn wir nun mit den o.g. Mitteln den Lack trocknen, reiben wir die Partikel über den Lack. Da viele das auch in runden Bewegungen machen, entstehen die typischen Waschkratzer - die sog. "Swirls".

Warum passiert das mit Mikrofasertüchern nicht?

Das liegt an der Beschaffenheit des Tuches. Die Fäden werden bei der Herrstellung so verarbeitet, dass an der Oberfläche viele kleine Schlingen entstehen. Diese Schlingen sind in der Lage, die Partikel aufzunehmen und von der Oberfläche des Tuches weg zu transportieren. Dadurch kratzen diese nicht mehr über den Lack. Natürlich sind diese Schlingen sehr klein und somit schnell gefüllt. Daher ist es wichtig, das Tuch regelmäßig zu kontrollieren und auszuspülen.

#4 DU BENUTZT IN EINER SB WASCHBOX DIE BÜRSTE

Wir können bis heute nicht verstehen, warum so etwas den Leuten dort zur Verfügung gestellt wird. Nicht falsch vertsehen. Nicht jeder muss sein Fahrzeug so minutiös waschen, dass kein einziger Kratzer entsteht.

"Waschkratzer entstehen IMMER, wir haben nur Einfluss auf die Menge und Schwere."

Es beginnt damit, dass eine Bürste nicht aum Autolack zu suchen hat. Das liegt daran, egal wie weich sie sein mag, diese mit ihren Haaren ganz leicht Kratzer verursachen kann. Das nächste Problem ist, dass die "SB Waschbox Bürsten" recht hart sind und somit das Kratzerpotenzial noch erhöhen. Der größte Problempunkt ist jedoch folgender:

Stell dir vor, du kommst mit deinem schön gepflegten Auto - vielleicht auch Neuwagen oder Sonntagsauto - guter Dinge zu der Waschbox, um es von dem Strassendreck zu befreien, schnappst Dir die Bürste und schrubbst (nach vormaligen Abspülen) los. Was du jedoch nicht weißt: Vor Dir hat Rally-Fahrer Ralf gerade seinen VW Polo WRC mit der Bürste von Schlamm und Matsch befreit. Und genau mit dieser Bürste (die auch gerne zwischen den "Gängen" mal auf dem Boden landet) reibst du jetzt über Dein schönes Auto. Jede weitere Ausweitung des Problems ist jetzt überflüssig. Wenn Du eine SB-Box nutzt, versuchst Du am Besten, mit dem Betreiber das Mitbringen eigener Mittel zu verabreden. Sollte das nicht möglich sein, such Dir bitte eine andere Box. Die meisten Betreiber haben jedoch verstanden, dass sie insbesonder mit Nutzern, die ihr eigenes Equipment mitbringen, gute Geschäfte machen können. Sollten sie Dir erzählen, dass eigene Mittel wegen der Wasseraufbereitungsanlage verboten seien, kannst Du ihnen gerne entgegnen, dass alle Shampoos zur Handnutzung (zumindest alle die wir kennen/benutzen würden) VDA-konform sind.

#5 DU WÄSCHT DAS AUTO NICHT VON OBEN NACH UNTEN

Zum einen dient das System, von oben nach unten zu waschen, auch der Übersichtlichkeit. Mit diesem Schema weißt du auch bei einem nicht sehr dreckigen Auto immer, wo Du schon warst.

Die bedeutenderen Gründe sind jedoch diese:

Nr.1: Fahrzeuge sind im unteren Teil immer dreckiger, als oben. Wenn Du unten anfängst, hast Du sofort erheblichen Dreck im Handschuh und auch im Ausspülwasser.

Nr.2: Wenn Du unten bereits gewaschen hast, kann es passieren, dass Dir das dreckige Shampoo-Wasser beim Obenwaschen wieder über die bereits saubere Fläche abläuft.

#6 DU VERWENDEST GESCHIRRSPÜLMITTEL ALS AUTOSHAMPOO

In diesem Punkt gehen die Meinungen auseinander. Professionelle Aufbereiter benutzen zum Teil "Spüli" gerne vor einer Aufbereitung, um möglichst viel vom vorhandenen Lackschutz zu entfernen. Um nicht zu sehr in Haarspaltereien zu verfallen, möchten wir Dir auf jeden Fall zwei unbestreitbare Gründe nennen, Spüli nicht zu verwenden:

Zum einen macht Spüli Gummi-Dichtungen, mit der Zeit porös und zum Anderen haben wir ja bereits beschrieben, wozu Aufbereiter Spüli nutzen. Daher ist es sehr kontraproduktiv, wenn Du damit Dein Auto wäscht und Deine bestehende Wachsschicht erhalten willst. Hier kann es schnell passieren, dass Du Deine Wachsschicht schädigst. Benutze lieber spezielle Autoshampoos. Die sind in der Regel auf Fahrzeuglacke abgestimmt, haben eine sehr hohe Gleitmittelwirkung und es gibt sie in diversen Varianten.

#7 DU WÄSCHT DIE FELGEN NICHT ZUERST

Die Felgen sind der dreckigste Teil am Auto. Daher geht die Felgenreinigung häufig mit viel umherspritzendem Reiniger und Dreck umher. Es ist also recht logisch, die Felgen als erstes zu waschen, damit der auf dem Lack gelandete Dreck einfach entfernt werden kann.

#8 DU KRATZT VOGELKOT AB

Vogelkot einthält neben den flüssigen Bestandteilen auch Feststoffe, die logischwerweise beim Abkratzen den Lack schädigen können. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Vogelkot schonend zu entfernen. Wichtig ist immer, dass der Vogelkot vorher eingeweicht wird.

#9 DU WÄSCHT DIE FELGEN MIT DEM GLEICHEN HANDSCHUH WIE DEN LACK

Wie bereits zuvor erwähnt, sind die Felgen der dreckigste Teil des Fahrzeuges. Daher sammeln sich sowohl im Handshuh als auch im Eimer jede Menge Dreck. Deswegen ist es sehr sinnvoll, einen extra Handschuh für die Felgen zu verwenden und die Handschuhe auch nicht zu vertauschen. Tipp: Ein Waschpad ist eine gute Alternative.

#10 DU VERWENDEST EINEN VISKOSE-SCHWAMM

Die "normalen" Viskose-Waschschwämme, die wir aus dem Baumarkt kennen, haben gegenüber einem Mikrofaser-Waschhandschuh denselben Nachteil, der bereits beim Fensterleder erklärt wurde. Beim Waschen befindet sich natürlich noch beinahe der gesamte Dreck auf dem Lack. Wenn Du nun mit einem normalen Schwamm den Lack wäscht, reibst Du die Partikel über den Lack. Da viele das auch in runden Bewegungen machen, entstehen wieder die typischen Waschkratzer - die sog. "Swirls".

Warum passiert das mit Mikrofaserhandschuhen nicht?

Das liegt, wie schon beschrieben, an der Beschaffenheit der Mikrofasern. Hier nochmal die Erklärung:        Die Fäden werden bei der Herstellung so verarbeitet, dass an der Oberfläche viele kleine Schlingen entstehen. Diese Schlingen sind in der Lage, die Partikel aufzunehmen und von der Oberfläche des Handschuhs weg zu transportieren. Dadurch kratzen diese nicht mehr über den Lack. Natürlich sind diese Schlingen sehr klein und somit schnell gefüllt. Daher ist es wichtig, den Schwamm regelmäßig zu kontrollieren und auszuspülen.

#11 DU VERGISST DEN SCHEIBENWISCHER UND DIE ANTENNE ZU WASCHEN

Zu diesem typischen Fehler ist viel zu sagen. Diese beiden Teile werden bei der Wäsche häufig vergessen. Das fällt meist erst auf, wenn der Wagen abgetrocknet werden soll. Ist definitiv kein Weltuntergang, aber ein Mikrofasertuch muss dann für den Tag "dran glauben", da sich anschliessend so viele Partikel im Tuch befinden, dass es vor weiterem Gebrauch unbedingt gewaschen werden sollte.

#12 DU ÖFFNEST DIE SEITENSCHEIBEN, BEVOR DIE DICHTUNGEN GETROCKNET SIND

Sehr ärgerlich: Du hast die Fenster mit viel Mühe schlierenfrei geputzt und betätigst beim ersten losfahren gedankenlos den Fensterheber - die Folge: Die Feuchtigkeit aus den Dichtungen macht Dir die ganze Scheibe wieder nass. Wenn Du nicht gleich wieder putzt, entstehen hässliche Wasserflecken und Schlieren.

#13 DU VERWENDEST COCKPITSPRAY AUS DER (AEROSOL-)DOSE

Ganz kurz: Das wird IMMER fleckig. Es ist praktisch unmöglich, den Inhalt aus den (vom Haarspray bekannten) Dosen gleichmäßig aufzusprühen, dass keine Flecken entstehen. Du kannst die Herausforderung gerne annehmen, aber wir raten davon ab. Abgesehen davon stellt kein uns bekannter, renomierter Hersteller Cockpitspray aus Dosen her. Nimm lieber eine übliche Kunststoffpflege, sprüh diese auf Dein Tuch und verteile sie damit gleichmäßig.

#14 DU VERWENDEST KUSTSTOFFPFLEGE AUF (KUNST)LEDERSITZEN, FUSSMATTEN, PEDALEN

Du wirst Dir vielleicht denken: KUNSTSTOFFpflege auf LEDERsitzen - so etwas mache ich doch nicht... Stimmt, dieser Fehler passiert recht selten. Was jedoch häufig passiert, ist, dass Kunstledersitze mit Kunststoffpflege behandelt werden, ganauso wie die Fußmatten und Pedale. Leider sorgt die Kunststoffpflege dafür, dass die Oberflächen sehr glatt und rutschig werden. Was auf dem Sitz vielleicht noch ganz witzig ist, wird spätestens auf den Fußmatten und Pedalen sehr gefährlich. Deine Kunstledersitze kannst Du einfach mit Lederpflege behandeln, Pedale und Fußmatten sollten nur gereinigt werden.

#15 DU LÄSST DEIN AUTO UNGESCHÜTZT

Nachdem Du dein Auto ordentlich gewaschen hast, ist es sehr wichtig, den Lack vor Kratzern, Schmutz und Umwelteinflüssen zu schützen.

Dadurch erleichterst Du Dir zukünftige Reinigung, verhinderst Schäden durch UV-Strahlung und "sauren" Regen und verminderst das Entstehen leichter Kratzer. Verwende hierfür entweder Wachs, Versiegelungen oder hybride Produkte.

 


 

Bereitgestellt und mit freundlicher Unterstützung von den Autolack-Affen.

Webseite: https://autolackaffen.de/


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